Herkunft & Bedeutung des Namens Bodendiek

Unter unseren Vorfahren trat der Familienname Bodendiek in verschiedenen Schreibweisen auf – mal als Bodendiek, dann wieder als Bodendieck oder als Bodendick.

Zur Bedeutung und Herkunft gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse, wohl aber verschiedene Theorien, die ich im folgenden vorstellen möchte.

Herkunft aus Bad Bodenteich?

Im niedersächsischen Landkreis Uelzen liegt der Flecken und Luftkurort Bad Bodenteich. Frühere Namen dieses Ortes waren Bodendieck, Bodendik, Bodendyk, Badendieck und Bodendike. Der Name „Bodenteich“ kann niederdeutsch als „Bodendik“ übersetzt werden und bedeutet demnach „unten gelegener, liegender Teich, See“ [1]. Eine andere Deutung des Ortsnamens geht davon aus, dass Bodenteich eine ursprünglich langobardische Siedlung war und um 200 v. Chr. gegründet wurde. „Bodenteich“ bedeutet demnach „Bodos See“ oder „See des Bodos“, wobei „Boden“ der Genitiv des langobardischen Personennamens Bodo ist und „dic“ See bedeutet. Andere Abwandlungen wie dike, dieck, dük, dyck, dyk sind demnach nur orthographisch bedingt.

Gab es vor langer Zeit also einen „Bodo am See“, dessen Nachkommen seinen Namen weitergeführt haben? Der Familienname wäre demnach ein Herkunftsname. Bisher konnte ich jedoch noch keine Belege für eine Herkunft aus der Region um Bad Bodenteich finden. Alle bisher erforschten Bodendieks stammen aus Ortschaften südwestlich von Magdeburg, etwa 130 km südlich von Bad Bodenteich.

Abstammung vom Rittergeschlecht der von Bodendike?

In Bad Bodenteich hatte sich Anfang des 13. Jahrhunderts das Rittergeschlecht der von Bodendike niedergelassen, dort seinen Stammsitz errichtet und sich folglich nach dem Ort ihres Stammsitzes benannt. Erbaut wurde die Burg in Bad Bodenteich jedoch schon deutlich früher – vermutlich Mitte bis Ende des 10. Jahrhunderts als Teil einer mehrere Burgen umfassenden Verteidigungslinie gegen das Vordringen der Wenden. Ursprünglich aus dem Harzer Vorderland stammend, haben die Ritter von Bodendike rund um Bad Bodenteich einen beachtlichen Grundbesitz angehäuft.

Stammen die heutigen Bodendieks also von dem einstigen Adelsgeschlecht ab? So verlockend diese Vorstellung auch klingen mag, ist dies wohl aber sehr unwahrscheinlich, da mit Oswald von Bodendieck, Fürstlich-Braunschweigisch-Lüneburgischer Land- und Schatzrat, Domherr des Hochstifts Verden und Herr auf Schnega, Wrestedt und Göddenstedt, am 24.12.1666 der letzte männliche Nachfahre des Adelsgeschlechts kinderlos verstorben ist.

Bauern mit einem besonders „dicken Boden“?

Da meine frühesten, bisher nachgewiesenen Vorfahren allesamt einfache Bauern südlich und westlich von Magdeburg waren, habe ich noch eine dritte These über die Herkunft des Familiennamens aufgestellt. Die benannte Region ist als Magdeburger Börde für ihre ertragreichen Schwarzerden bekannt. Wäre es also möglich, dass ein früher Bodendiek ein besonders ertragreiches Stück Land bewirtschaftete, einen „dicken Boden“ also? Mag sein, dass diese These völliger Quatsch ist, dennoch möchte ich sie einmal in den Raum werfen.

Fazit:

Am plausibelsten erscheint mir These 1. Wünschen würde ich mir These 2 – wer würde nicht gern kühne Ritter zu seinen Ahnen zählen? 😉 Und sicherlich etwas an den Haaren herbei gezogen ist These 3. Mal sehen – vielleicht kann ich meine Ahnen irgendwann soweit zurückverfolgen, um eine belegbare Aussage zur Herkunft meiner Vorfahren und des Namens Bodendiek machen zu können.

Quellen:
[1] Jürgen Udolph, Ortsnamenforscher auf NDR1 Niedersachsen

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